Jahresbericht 2019

Menschen in besonderen Lebenslagen

Regionale Angebote im Landkreis Ostallgäu

 

"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Antoine de Saint-Exupéry

"Manchmal sind es die kleinsten Dinge, welche den meisten Platz in deinem Herzen einnehmen."
Pu der Bär

Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit

Die Stichtagserhebung der Bay. Staatsregierung hat ergeben, dass der Anteil der untergebrachten Personen in Bayern seit der ersten Erhebung 2014 um 28,7 % gestiegen ist.
Dieser massive Anstieg der Wohnungslosen in nur 3 Jahren ist Ausdruck einer großen Wohnungsnot, wie sie sich gerade in den Ballungszentren und den wirtschaftlich prosperierenden Regionen des südlichen Bayern zeigt. Bezahlbarer Wohnraum ist kaum mehr vorhanden.
Im Blick auf all diese Entwicklungen ist es umso wichtiger, noch verfügbaren Wohnraum zu erhalten. Ist Wohnraum erst einmal verloren, so ist eine Weitervermittlung in einen anderen Wohnraum aufgrund der prekären Situation auf dem Wohnungsmarkt kaum möglich.
Eine Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit berät und vermittelt bei allen Belangen die nötig sind den Wohnraum zu erhalten. Falls dies nicht möglich sein sollte berät die Fachstelle über weitere Optionen mit der schwierigen Situation umzugehen.

Im Berichtzeitraum wurden insgesamt 203 Kunden von denen 121 neu zur Fachstelle kamen beraten.

Schuldnerberatung für den Landkreis Ostallgäu

Was mach ich nur mit meinen Schulden?
Viele stellen sich täglich diese Frage, ob Einzelperson, Familie oder Unternehmer. Überschuldung kann viele Ursachen haben:

  • Verlust des Arbeitsplatzes
  • Niedriglöhne
  • hohe Mieten
  • Suchterkrankungen
  • Unangemessenes Konsumverhalten

Schnell führen diese und weitere Ereignisse in eine finanzielle und existenzielle Lebenskrise. Die Schuldnerberatungen in Schongau und Marktoberdorf Unterstützen bei Schulden und Überschuldung

Seit Anfang dieses Jahres hat sich die Finanzierung der Schuldnerberatung geändert. Damit fallen die Unsicherheiten die durch die fallbezogene Finanzierung der Insolvenzberatung weg. Durch die mit Mitteln der Bay. Staatsregierung pauschalierten Vergütung der Insolvenzberatung haben wir jetzt eine bessere Planungssicherheit und können zielgerichtet dem Bedarf angemessen beraten.
Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 212 Klienten mit einer Gesamtverschuldung von 8.918.641,55 € beraten.

EHAP  - Mein Wohnraum 2

Mit Mitteln des „Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen“ (EHAP) und zusätzlichen Bundesmitteln sollen Hilfen für Menschen gefördert werden, die in Armut und Wohnungslosigkeit leben müssen oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind.
In Kooperation von Kommunen und gemeinnützigen Trägern soll dabei außerhalb der Gesellschaft stehenden Gruppen ein Zugang in den Sozialraum eröffnet werden.
In der nun neu bewilligten 2. Förderrunde soll zu allen anderen Wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten gezielt auf die Gruppe der EU-Migranten und deren Kinder zugegangen werden.

Wohnhilfen Ostallgäu

Stationäre Wohnungslosenhilfe gab es in Schwaben bisher nur in Augsburg, dort auch nur ein Angebot das sich gezielt an Männer die aus Haft entlassen wurden richtete.
Seit letztem Jahr gibt es nun eine eigene Leistungsvereinbarung mit dem Bezirk Schwaben um Männer und Frauen im Rahmen einer stationären Hilfe im Ostallgäu helfen zu können.
Dafür wurde ein Haus in Biessenhofen gekauft, dass nach seinem Umbau 8 - 9 stationäre Plätze anbieten kann.
In Buchloe sind schon Plätze für die dezentrale Stationäre Hilfe gefunden worden. Hier gibt es inzwischen bis zu 5 Plätzen die belegt werden können.

In Marktoberdorf wurde letztes Jahr ein Teil der stationären Hilfe mit 10 Plätzen geplant und die Gespräche mit dem Investor waren auf einem guten Weg. Es sollte ein Haus der Diakonie mit allen diakonischen Beratungseinrichtungen zuzüglich den 10 Wohnplätzen entstehen.
Unerwartet kam es in Marktoberdorf dann zu massiven Widerstand im Stadtrat für solch eine Hilfe und das geplante Vorhaben wurde dann, da die öffentliche Aufregung und Berichterstattung massiv waren erstmal ausgesetzt.
Nun ein ganzes Jahr später sind die Unsicherheiten und Vorbehalte in der Bürgerschaft soweit bearbeitet, dass dieses Haus der Diakonie auch von der Stadt Marktoberdorf befürwortet wird und die Planungen nun fortgesetzt werden.