Jahresbericht 2019

Kinder, Jugendliche und Familien

Die Umstrukturierung der Jugendhilfe wurde im Jahr 2019 abgeschlossen. Wir können uns im nächsten Jahr weiteren inhaltlichen Themen widmen und die Angebote den Bedarfen anpassen.

Auch wenn die Belegung eine ständige Herausforderung darstellt, haben wir Grund zu tiefer Dankbarkeit für das, was wir gemeinsam erreicht haben!

Wir freuen uns darüber, dass

  • Kooperation des Personals der Stütz- und Förderklasse (Alfons-Brandl-Schule und Phoenix) reibungslos funktioniert und die Schüler sehr gut und eng betreut werden können
  • das Haus einer therapeutischen Wohngruppe innerhalb von zwei Monaten renoviert wurde und das Team danach in neuer Besetzung starten und nun mit Vollbelegung arbeiten kann
  • "Perspektive Plus" bereits seit einem Jahr läuft und wir eine gute Kooperation zwischen zwei Fachbereichen erleben
  • 2/3 der Mitarbeitenden im Jahr 2019 eine interne Schulung in Präsenzpädagogik erhalten haben und die Kolleginnen der ambulanten Hilfen mit dem Konzept inzwischen auch nach außen gehen (Eltern-/ Lehrercoaching)
  • die Erziehungsstellen in diesem Jahr alle an das Herzogsägmühler Netz angeschlossen werden konnten
  • wir das 20-Jährige Jubiläum des ANKERPLATZES feiern konnten, das Haus unserer ambulanten Hilfen in Schongau
  • für den Offenen-Ganztag (OGT) an der Alfons-Brandl-Schule zusätzliche Fachleistungsstunden für qualifiziertes Personal mit dem örtlichen Jugendamt verhandelt wurden und die Schülerinnen und Schüler so am Nachmittag adäquat betreut werden können
  • der Architektenwettbewerb für den Neubau des Anbaus der Alfons-Brandl-Schule abgeschlossen ist und im kommenden Jahr der Bau beginnen wird
  • im Betriebserlaubnisverfahren für heilpädagogische Wohngruppen der Personalschlüssel verbessert wurde (jetzt fünf Vollzeitkräfte pro Gruppe)
  • wir dank einer großen Spende die Gärten dreier Wohngruppen neugestalten können
  • die Regierung von Schwaben alle Angebote ohne komplettes Verfahren neu betriebserlaubt hat und Erziehungsstellen als passendes Angebot für Kinder sehr fördert!
  • wir für die Klärungsstelle Grundstein eine neue Gruppenleitung gewonnen haben und das Team hoch motiviert zusammenarbeitet
  • die Verselbständigungsangebote des Fachbereiches näher zusammengerückt sind und sich gegenseitig unterstützen
  • zwei Kolleginnen aus unserem Fachbereich in die MAV (Mitarbeitendenvertretung) gewählt wurden
  • die JaS Stelle an der Josef-Zerhoch-Grundschule nun genehmigt wurde
  • uns die Gemeinde Peiting, gerade im OGT, finanziell und auch inhaltlich sehr unterstützt
  • wir zum Ende des Jahres vollbesetzte Teams haben und sich der Einsatz eines Kollegen für Personalakquise auszahlt
  • dass die Mitarbeiterschaft der Jugendhilfe immer wieder so eine große Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung aufweist und den jungen Menschen mit Engagement und Herzlichkeit einen sicheren Rahmen und ein zu Hause auf Zeit bieten!

Zwei besondere Highlights

Im November fand zum dritten Mal eine Jugendhilfevollversammlung statt. Die jungen Menschen hatten sich gewünscht, einen Vertreter des Care Leaver e.V. einzuladen, ein Verein, dessen Mitglieder zuvor allesamt selber Angebote der Jugendhilfe wahrgenommen hatten. Sie unterstützen sich nicht nur gegenseitig, sondern engagieren sich auch politisch, um Partizipation in der Jugendhilfe voranzubringen. Es ging zu Herzen, als die Vertreterin der Careleaver von ihrer persönlichen Geschichte berichtete und den im Saal versammelten Jugendlichen und Heranwachsenden Mut zusprach, ihren eigenen Weg zu gehen und sich auch nicht vor zweiten Bildungswegen zu fürchten. Sie selber studiert gerade in Oldenburg. An demselben Tag bedankte sich ein Ehemaliger aus einer unserer Wohngruppen, der selber im zweiten Anlauf erfolgreich den Abschluss zu seinem jetzigen Beruf meisterte, bei seiner Bezugsbetreuerin für die unermüdliche Unterstützung, die sie ihm gewährte. "Am besten waren ihre Spätdienste, wenn sie mit uns, ihren beiden Bezugsjugendlichen, noch lange im Büro ratschte – über Gott und die Welt – und so richtig Zeit für uns hatte. Das waren die kostbarsten Momente. Für die bin ich total dankbar!"

Besonders gelungen empfanden junge Menschen den Trainingskurs "Soziale Kompetenz" (SKT), den drei Kolleginnen im Herbst mit einer Gruppe durchführten.
Hier zwei Stimmen von Teilnehmenden:

"Mir hat am SKT gefallen, dass ich andere Jugendliche aus anderen Wohngruppen kennengelernt habe. Ich bin selbstbewusster geworden, konnte besser aus "mir rauskommen" und mich besser kennenlernen." (Amelie)

"Das SKT hat mir sehr gut gefallen, denn ich kam mit den Trainerinnen sehr gut aus. Wir hatten insgesamt fünf Treffen mit sieben bis acht Jugendlichen. Ich würde das Training weiterempfehlen, da es mir Selbstbewusstsein gegeben hat." (Cecilia)

Vielen Dank an diese jungen Menschen für ihre Beiträge!

Sabine Eichberg