Jahresbericht 2017 Menschen in besonderen Lebenslagen

Betreutes Wohnen und ambulante Dienste

17 Jahre – "Der Zukunft Gestalt geben" hat eigene Zeitläufe


Im Juli 2000 kam Frau K. nach Herzogsägmühle und bezog 2004 eine Wohnung im damaligen Sozialdienst (heute Abteilung Regionales Wohnen). Frau K. hielt sich viel in ihrer Wohnung auf, zog die Vorhänge zu, und es schien, als wolle sie die ganze Welt von sich fernhalten. Der Weg in die Arbeit fiel ihr immer wieder schwer, und sie hatte viele Fehlzeiten. Häufig wurde sie krank und wir machten uns oft große Sorgen, denn ihre Stimmung war zuweilen sehr düster.

Auf der Suche nach einer passenden Tätigkeit im Rahmen der Werkstatt oder einer tagesstrukturierenden Beschäftigung, verließ sie immer wieder der Mut, und sie befielen Zweifel, ob sie den jeweiligen Aufgaben und Anforderungen wirklich gewachsen sei. So vergingen mehrere Jahre.

Jedoch im Laufe der Zeit konnte man an Frau K. kleine Veränderungen bemerken. Sie fing an, Kuchen zu backen. Dazu besorgte Sie sich die unterschiedlichsten Küchengeräte und los ging es auch mit dem Kochen. Die Freude an den Ergebnissen tat ihr gut und beflügelten sie, Neues auszuprobieren.

Im Arbeitsbereich absolvierte sie, in verschiedenen Handwerksbetrieben in Altenstadt und Peiting, Praktikas. Es gab Höhen und Tiefen. Manchmal fühlte sie sich ausgenutzt und unverstanden.

Doch dieses sich ausprobieren können, war im Grunde ein vorzügliches Realitätstraining. Frau K. konnte erfahren, was sie zu leisten im Stande war. Langsam fasste sie wieder Vertrauen in die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie traute sich zu, den Führerschein in Angriff zu nehmen. Die erste Prüfung hat sie nicht bestanden. Auch der Weg hier war kein geradliniger. Im Juni 2016 jedoch, hielt sie den Führerschein in der Hand und die Freude darüber war sehr groß.

Auf einmal taten sich verschiedene Türen auf.
In einem Peitinger Betrieb wurde Ihr ein Arbeitsvertrag in Aussicht gestellt, welchen Sie im April 2017 unterschrieb. Durch einen großen Zufall fand Frau K. auch eine nette, kleine Wohnung und da sie noch Begleitung bei Behördengängen benötigte, holte sie sich Unterstützung durch das Betreute Einzelwohnen.

Neun Monate später fühlte sie sich bereit, ein Leben unabhängig von Hilfe zu führen. Frau K. hat ihre Zukunft aktiv gestaltet und darf sehr stolz über das Erreichte sein.