Jahresbericht 2017 Wohnen für Menschen mit Behinderung

Wohnen für Menschen mit Behinderung

Ein ereignisreiches Jahr im Fachbereich Wohnen für Menschen geht zu Ende:

Wir freuen uns,

  • dass wir seit November/Dezember dieses Jahres in den Wohnangeboten im Umfeld und der Von-Kahl-Straße einen nächtlichen Bereitschaftsdienst einrichten konnten. Hilfeberechtigte mit einem nächtlichen Bedarf haben nun neben dem Tannenhof und dem Förderzentrum auch die Möglichkeit in diesen Angeboten zu wohnen. 
  • dass zwei ehrenamtliche Helfer aus dem Kreise der Angehörigen gewonnen werden konnten, die zusätzliche Bewegungsangebote für unsere Hilfeberechtigten anbieten 
  • dass im Tannenhof der Sitzbereich im Garten erneuert, eine große Schaukel beschafft und ein Fahrradunterstand errichtet werden konnte 
  • dass im Förderzentrum ein Teil der Fußböden und Bäder erneuert wurde 
  • dass der "Lila Treff" in Peiting aus Spenden- und Stiftungsmitteln renoviert werden konnte 
  • dass der Heimbeirat sich verstärkt einbringt 
  • dass wir für unsere Bewohner wieder tolle Veranstaltungen und Feste anbieten konnten. Neben den regelmäßigen Angeboten wie z.B. Walken, Schwimmen etc. konnte dieses Jahr wieder ein Tanzkurs angeboten werden und  für den Herzogsägmühler Abend hatte die Theatergruppe Tamtam ein tolles Theaterstück einstudiert. Regelmäßig wurde im "LilaTreff" zum Brunch geladen und es fanden zahlreiche schöne Hausfeste und Adventsfeiern statt. 
  • dass der Fachbereich insgesamt das Jahr wohl mit einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis abschließen wird.

Natürlich hat uns auch das Motto des Jahres 2017
der Zukunft Gestalt geben
im vergangenen Jahr beschäftigt.

Selbstbestimmung und Teilhabe sind Begrifflichkeiten, die fast schon inflationär und ohne viel Nachdenken Einzug in unseren Sprachgebrauch gefunden haben. Heißt das, dass wir in unserem Fachbereich schon alles dafür getan haben? Können unsere Hilfeberechtigten ihren Lebensalltag weitgehend selbst bestimmen? Können sie bestimmen, wann sie essen möchten? Dürfen sie sich beschweren, wenn das Radio im Gruppenraum den ganzen Tag läuft? Dürfen sich die Hilfeberechtigten überhaupt beschweren?

Um diesen Fragen immer wieder nachzugehen, kommt dem Heimbeirat unseres Fachbereichs als Mitwirkungs- und Interessensgremium eine bedeutende Rolle zu. Der Zukunft Gestalt geben heißt nur und ausschließlich mit den Hilfeberechtigten und deren Interessensvertreter Dinge auf den Weg zu bringen. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir Mitarbeiter über die Köpfe der Hilfeberechtigten entschieden haben, was gut, wichtig und richtig für den einzelnen Bewohner ist.

Der Heimbeirat des Fachbereiches hatte sich im Jahr 2017 zwei große Ziele gesteckt. Zum einen die häufigere Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen für Heimbeiräte, zum anderen wurde eine sogenannte "Experten-Draufschau" ins Leben gerufen. Die Mitglieder des Heimbeirates besuchten alle Wohnangebote im Fachbereich, sprachen mit den Gruppenmitgliedern und gaben Rückmeldung über noch vorhandene Barrieren wie z.B. sind die Oberschränke in der Küche für Jedermann erreichbar, existiert für jeden Bewohner ein freier Zugang zum Fernsehgerät in Gemeinschaftsräumlichkeiten ("Wo war nochmal die Fernbedienung?")?

Auch pädagogische Themen oder das Hinterfragen bestehender Haus- und Gruppenregeln wurden nicht ausgelassen. Muss die Ausgabe von Geldern zwingend an die Erledigung des Zimmerputzes geknüpft sein? Warum findet ein Gruppeneinkauf nur einmal wöchentlich statt? Die Liste der diskutierten Themen ließe sich noch unendlich weiterführen ... und zeigt uns, dass die Förderung größtmöglicher individueller Selbstbestimmung und Teilhabe auch zukünftig im Fokus unserer alltäglichen Begleitung und Assistenz stehen muss.

Fortbildungen und das Wissen um ein Mitspracherecht autorisieren unseren Heimbeirat, sich einzumischen und auf Problemstellungen hinzuweisen. Im Rahmen der Fortbildungen wurden Themen wie "Rechte und Pflichten eines Heimbeirates, Kommunikation und Gesprächsführung" bearbeitet und in Rollenspielen auch praxisnah eingeübt. Wir begrüßen es sehr, dass sich die Mitglieder des Heimbeirates bei der Ausgestaltung individueller und gemeinsamer Lebenswelten in unserem Fachbereich einbringen und uns als Mitarbeiter nicht betriebsblind werden lassen.

Mit großem Interesse und Engagement werden wir unseren Heimbeirat auch weiterhin unterstützen und ihn in unsere Überlegungen zur Optimierung unserer Arbeit miteinbeziehen.