Jahresbericht 2017 evangelische Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe

Evangelische Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe

Auch in den Schuljahren 2016/17  und 2017/18 waren bzw. sind die Ausbildungsplätze für Fachkräfte in der Heilerziehungspflege gut nachgefragt. Im Juli 2017 haben insgesamt 40 Fachschülerinnen und Fachschüler ihre Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen und im September 2017 50 neu begonnen (32 in der dreijährigen, praxisbegleitenden Heilerziehungspflege, 18 in der einjährigen, praxisbegleitenden Heilerziehungspflegehilfe). Erfreulich ist der für einen sozialen Beruf weiterhin mit über einem Drittel hohe Anteil an Männern.

Insgesamt 26 haupt- und nebenberufliche Lehrkräfte unterrichten im laufenden Schuljahr 107 Schülerinnen und Schüler – in allgemeinbildenden, fachtheoretischen und fachpraktischen Fächern an der Fachschule und im Fach "Praxis der Heilerziehungspflege" am jeweiligen Ausbildungsplatz.

Zu Beginn des Schuljahres wechselte die Schulleitung. Dies wurde mit einem Gottesdienst, einer Feierstunde sowie zahlreichen Beiträgen der Schüler- und Lehrerschaft begangen. Die bisherige Schulleiterin bleibt unserer Fachschule als Lehrkraft verbunden.

Im Auftrag der Regierung von Oberbayern begleiten wir eine neu gegründete Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe auf dem Weg zur staatlichen Anerkennung. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sind dadurch – insbesondere in der Prüfungszeit – weit über ihr normales Stundenmaß hinaus tätig.

 

Der Zukunft Gestalt geben

Das Herzogsägmühler Jahresmotto 2017 beschreibt zutreffend unsere schulische Arbeit.

Der Psychotherapeut und Hochschullehrer Adolf-Ernst Meyer sagte: "Nichts ist so schwer vorher zu sagen wie die Zukunft". Und so fragen auch wir uns, wie die Zukunft der Heilerziehungspflege und ihrer Fachkräfte aussehen kann und an welcher zukünftigen Gestalt der Ausbildung wir arbeiten? Unser Handeln darf nicht nur als Reaktion auf die Gegenwart verstanden werden, sondern fordert Visionen einer bestmöglichen Zukunft.

Da ist die persönliche, berufliche Zukunft der Fachschülerinnen und Fachschüler. Dafür werden mit unseren Ausbildungsgängen Fundamente geschaffen, Wege geebnet und Türen geöffnet. Erstausbildung, Umschulung und Wiedereinstieg ins Berufsleben sind ebenso Thema wie Weiterbildung, Spezialisierung, Zugang zum Hochschulstudium und berufliche Erfüllung.

Zum anderen geht es auch um die zukünftige Gestalt heilerziehungspflegerischer – oder allgemeiner: sozialer – Arbeit. Neue Aufgaben und neue Praxisfelder verlangen nach Konzepten, die bisher erfolgreiche Arbeit soll unter sich ändernden Rahmenbedingungen fortgesetzt werden, der demographische Wandel stellt uns vor bisher unbekannte Herausforderungen und erfordert weitere Schlüsselqualifikationen.

Im Klassenunterricht, den fächerübergreifenden Lernsituationen, und der Begleitung im Fach "Praxis der Heilerziehungspflege" ist eine ständige Weiterentwicklung zu leisten. Auch der Freistaat Bayern weiß, dass Absolventen unserer Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe dringend benötigt werden und schafft Ausbildungsanreize, indem er – vorläufig bis Dezember 2018 – durch finanzielle Förderung den Fachschulen ermöglicht, auf Einzug von Schulgeld bei den Fachschülerinnen und Fachschülern zu verzichten. Zusätzlich wird jeder erfolgreiche Abschluss den Absolventen mit einer "Meisterprämie" in Höhe von 1.000 Euro honoriert.