Adventsbrief 2018 und Jahreslosung 2019

Gott spricht:

 

Suche Frieden und jage ihm nach!

 

Psalm 34,15

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Herzogsägmühlerinnen und Herzogsägmühler!

Die Jahreslosungen werden mit einem langen Vorlauf festgelegt. Schon heute kennen wir die für das Jahr 2021. Es war weitsichtig, vor einigen Jahren bereits für das Jahr 2019 die Losung "Suchet den Frieden und jaget ihm nach!" auszuwählen. Denn selten in den letzten Jahrzehnten, vermutlich seit der Wiedervereinigung nicht mehr, müssen wir so sorgenvoll um den Frieden in unserem Land bangen. Dass weltweite Krisenherde bestehen, in denen immer wieder auch die Waffen zum Einsatz kommen, daran mussten wir uns leider gewöhnen – aber dass in Deutschland wieder Menschen der Tod an den Hals gewünscht wird, weil sie anderen Glaubens, anderer Herkunft und kultureller Prägung sind, das hat eine neue, den sozialen Frieden in unserem Land gefährdende Qualität.

Dass Seenotretter Menschen nicht vor dem Ertrinken bewahren dürfen, weil gerettete Flüchtlinge ja Folgeprobleme machen könnten, ist unfassbar. Und jede Gewalttat, die dann von Asylbewerbern ausgeht, schürt wieder diesen unterschwellig vorhandenen und nun immer wieder offen zutage tretenden Hass. Niemand scheint wirklich eine Antwort zu wissen, wie wir den inneren Frieden dauerhaft wieder finden können. Das "jaget dem Frieden nach" klingt dann schon wie eine Sisyphus-Arbeit, eine unlösbare, zum Scheitern verurteilte Aufgabe.

Der Psalmist David hat um 1000 vor Christus natürlich nicht die Bundesrepublik Deutschland zum Advent 2018 vor Augen gehabt. Seine Aufforderung, dem Frieden nachzujagen, steht im Zusammenhang mit anderen Ratschlägen an die und den Einzelnen, wie sie und er sicherstellen kann, dass das Leben gelingt. Zum Beispiel: Wer den Herrn sucht, dem mangelt kein Gut. Oder: Der Mann, der ein glückliches Leben begehrt, der hüte seine Zunge vor dem Bösen und seine Lippen vor trügerischer Rede. Und schließlich: Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.

So scheint doch ein Weg zum Frieden aufgezeigt zu sein: Für uns einzelne Menschen bleiben die Aufgaben, nach Gott und seinem Willen zu suchen, dabei wahrhaftig und ohne Falsch zu sein, und Gottvertrauen auch bei zu ertragenden Lasten zu behalten. Das ist nicht immer leicht. Aber ohne, dass wir in uns diesen Frieden haben, werden wir keine Beiträge zum Frieden in unserer Gesellschaft leisten können.

Und in diesem Land wird kein Frieden sein, wenn die Menschen die von Gott verliehene Menschenwürde jedes Individuums nicht achten. Frieden kann nur gelingen, wenn die Zunge sich vor dem Bösen hütet, statt Hass zu predigen, Ängste zu schüren und Missachtung anderen Menschen entgegen zu bringen. Denen beizustehen, die zerbrochenen Herzens sind, bleibt unsere friedensstiftende Aufgabe.

Der Künstler Swen Keyser hat auch dieses Jahr wieder die Jahreslosung bildlich gestaltet. Auch sein Nachsinnen über das "Suchet den Frieden" führt ihn zur Frage, wie der innere Frieden aussieht. Er malt ein abstraktes Lebenshaus, fast wie eine Arche auf hoher See, mit Zitaten archaischer Friedensbilder wie des Palmzweigs im Mund der Taube. Das Bild strahlt eine Ruhe aus, die wohltut angesichts des Stresses, der durch das ständige Nachjagen nach dem Frieden uns heimzusuchen droht.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Wilfried Knorr

125 Jahre Herzogsägmühle

Im Jahr 2019 feiert Herzogsägmühle sein 125-jähriges Bestehen – mit vielen öffentlichen Veranstaltungen, Fachtagen und Aktionen.

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