Rechtsgrundlagen

Wer wegen seiner Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes tätig sein kann, hat ein Recht auf berufliche Förderung und auf einen Arbeitsplatz in einer "Werkstatt für behinderte Menschen".

Auf dieser im "SGB IX" verankerten Rechtsgrundlage arbeiten die Herzogsägmühler Werkstätten. Jedem soll ein sinnerfülltes Arbeitsleben ermöglicht werden. Erreicht wird dies durch die Vielfalt der Arbeitsplätze, berufliche Bildung und individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes. Der Kranken- und Rentenversicherungsschutz ergibt sich aus § 5 SGB V und § 1 SGB VI.

 

Berufliche Bildung und Qualifizierung – Berufsbildungsmaßnahme

Bis zu zwei Jahre ist es Frauen und Männer mit Behinderung möglich, sich im Rahmen der Berufsbildungsmaßnahme auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Dabei wird von den Erfahrungen in der Werkstufe der Förderschule oder von beruflichen Vorerfahrungen ausgegangen. Die Rehabilitanden können sich beruflich (neu) orientieren, lernen verschiedene Berufsfelder und Fertigungsbereiche kennen und vertiefen anschließend in der gewünschten Fachrichtung. Zusätzlich gibt es ein breites Angebot an Bildungs- und Begleitangeboten für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung sowie individuelle pädagogische Unterstützung.

Während der Berufsbildungsmaßnahme erhalten die Rehabilitanden entweder Ausbildungsgeld (monatlich 67,- € im ersten und 80,- € im zweiten Jahr) oder haben Anspruch auf Übergangsgeld (abhängig von den Vorbeschäftigungszeiten).

Die Berufsbildungsmaßnahme bietet dabei eine Vorbereitung auf eine Tätigkeit im "Arbeitsbereich" der Werkstätten oder für eine weitergehende berufliche Rehabilitation, wie Ausbildung oder Arbeit in einem anderen Betrieb.

 

Persönliche Unterstützung

Die Herzogsägmühler Werkstätten sind für den ganzen Menschen da. Die Arbeitsanleiter sind Meister und Gesellen mit sonderpädagogischer Zusatzqualifikation oder Heilerziehungspfleger, Arbeitserzieher und Sozialpädagogen. Sie berücksichtigen nicht nur den Arbeitsprozess und die beruflichen Fähigkeiten und Neigungen der Werkstattbeschäftigten; sie nehmen sich auch ihrer Probleme an, vermitteln medizinische Behandlung und unterstützen notwendige Therapien.

Darüber hinaus sind Mitarbeiter des Sozialdienstes begleitend tätig und zuständig für besondere pädagogische und rechtliche Fragestellungen und für die Verbindung zu Angehörigen. Sie vermitteln bei Konflikten, organisieren Freizeitmaßnahmen und regen Arbeitsversuche in anderen Betrieben an.

Die erfolgreiche Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt wird zusätzlich von unserem Qualifizierungsbeauftragten intensiv begleitet.

 

Berufstätigkeit im Arbeitsbereich

Im "Arbeitsbereich" haben die Werkstattbeschäftigten einen sicheren und ihren Fähigkeiten und Neigungen angepassten Arbeitsplatz. Hier werden Aufträge für Industrie und Handwerk durchgeführt, aber auch eigene Produkte hergestellt und in den eigenen Geschäften verkauft. Die Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten reicht von verschiedenen Industriedienstleistungen, Verpackung, Büroartikel über Holzverarbeitung/Pfeilbau, Medizin- und Steigtechnik, Textil, Weberei, Töpferei bis hin zu Hauswirtschaft, Gärtnerei und Landwirtschaft. Darüber hinaus gibt es individuelle "Außenarbeitsplätze" im Ort Herzogsägmühle und in Betrieben in der Region.

Die Entlohnung erfolgt im Arbeitsbereich nach einem gestuften System, das Leistungsvermögen und Arbeitsplatzfaktoren berücksichtigt.

 

Arbeit für Menschen mit seelischer Erkrankung

Innerhalb der Herzogsägmühler Werkstätten gibt es für Menschen mit seelischer Erkrankung

  • einen eigenen Berufsbildungsbereich (Bereich Metall, Kunsthandwerk/Montage und Holz)
  • das Zentrum für integrative Arbeit (ZENIT) mit den Arbeitsgruppen Buchbinderei, Hauswirtschaft, Pneumatik, Metallverarbeitung
  • spezielle Arbeitsgruppen (Briefmarkenverwertung, Druck + Gravur, Landwirtschaft, Gärtnerei, Verwaltung und Sachbearbeitung, Verkauf, Hausmeisterei, Automatisierungstechnik)

 

Begleitende Angebote

Während der Arbeitszeit kann in kleinen Gruppen berufliches Fachwissen und schulische Bildung vertieft sowie Konzentration, Motorik und Sprachfertigkeit geübt werden. Des weiteren werden Kurse zur Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten, im musischen und kreativen Bereich sowie eine Vielfalt an Sportmöglichkeiten von Gymnastik, Kegeln, Schwimmen, Tischtennis bis hin zu Tanzen und Bergwandern angeboten.

 

Mitwirkung

Wie in Form eines Betriebsrates wirken die Werkstattbeschäftigten im Rahmen der Werkstättenmitwirkungsverordnung über ihre gewählte Interessensvertretung, den Werkstattrat, an wichtigen betrieblichen Entscheidungen mit.

Außerdem kümmert sich die gewählte Frauenbeauftragte speziell um die Belange der weiblichen Werkstattbeschäftigten.

 

Ehrenamtliche Mitarbeit

Ist uns immer willkommen, zum Beispiel als Begleitung bei Freizeit- und Urlaubsmaßnahmen sowie von musischen Neigungsgruppen.

Bitte suchen Sie gerne das Gespräch mit uns.

Information, Beratung und Hilfe

Arbeit für Menschen mit Behinderung

Herzogsägmühler Werkstatt
Am Latterbach 3
86971 Peiting-Herzogsägmühle

Telefon: 0 88 61  219-257
Telefax: 0 88 61  219-43 50
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailwerkstaettenherzogsaegmuehlede

Peitinger Werkstatt
Schachtstraße 1 und 3
86971 Peiting

Telefon: 0 88 61  219-508
Telefax: 0 88 61  219-511
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailwerkstaetten.peitingherzogsaegmuehlede

ZENIT
Zentrum für integrative Arbeit
Schönriedlstr. 11 a
86971 Peiting

Telefon: 0 88 61  91 09 10-0
Telefax: 0 88 61  91 09 10-19
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailsekretariat.zenit.wfbmherzogsaegmuehlede

geschlossen 2018:
24.12. - 31.12.

Herzogsägmühle

Von-Kahl-Straße 4
86971 Peiting

Telefon: 0 88 61 219-0

Telefax: 0 88 61 219-201

E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailinfoherzogsaegmuehlede

Internet: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.herzogsaegmuehle.de

Online-Shop: Öffnet externen Link in neuem Fenstershop.herzogsaegmuehle.de

Herzogsägmühle versteht sich als Ort zum Leben

und wird getragen vom Verein "Innere Mission München - Diakonie in München und Oberbayern e. V." Im Rahmen einer offenen Dorfgemeinschaft erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Problemen, Krankheit oder Behinderung Hilfen zur persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung oder Heimat und Pflege im Alter. Daneben bietet Herzogsägmühle Beratungsdienste, Tagesstätten, Arbeitsmöglichkeiten und Wohnungen in Orten der Umgebung an.

Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE 42 7002 0500 0004 8192 00

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